careconcept Seniorendienste

Überall fehlen Pflegekräfte. Die tegeler-Gruppe aus Wunstorf holt sich jetzt selbst welche – aus Rumänien

Die Lage darf als ernst bezeichnet werden. Bereits jetzt ist der Fachkräftemangel in der Pflege ein großes Problem. Und es ist absehbar, dass sich die Situation in der Zukunft noch verschärfen wird. Derzeit fehlen in Deutschland rund 30.000 Fachkräfte in der stationären und ambulanten Pflege. Diese Lage betrifft durchweg alle Träger von Senioreneinrichtungen – und damit auch das Unternehmen careconcept Seniorendienste der tegeler-Gruppe. »Wir bilden ja selbst schon viel aus«, sagt Gabriele Gallinat, Leiterin des Margeritenhofs in Langenhagen-Kaltenweide und Chefin des operativen Managements bei careconcept. »In unseren drei Einrichtungen – neben dem Margeritenhof sind das der Widdelhof (Rehburg-Loccum) und der Riethagenhof (Hodenhagen) – haben wir derzeit 13 Auszubildende. Aber das reicht nicht.« Das Problem liege auch darin, sagt Gabriele Gallinat, dass der Pflegeberuf immer noch kein allzu gutes Image in der Bevölkerung habe, trotz der verdienstvollen Arbeit. Und dass man nicht einfach jeden nehmen könne: 50 Prozent der Mitarbeiter einer Pflegeeinrichtung müssen examinierte Kräfte sein.

Die Bundesagentur für Arbeit sucht deswegen verstärkt im Ausland und kooperiert dabei mit den Arbeitsverwaltungen von Bosnien-Herzegowina, Serbien, den Philippinen und Tunesien. Es sollen sogar 150 chinesische Pflegefachkräfte in Deutschland eingesetzt werden. Außerdem werden in Ländern der Europäischen Union Pflegekräfte angeworben, vor allem in Griechenland, Spanien, Portugal und Italien.

Und in Rumänien. Dort aber nicht von der Agentur für Arbeit. Das macht die tegeler-Gruppe von sich aus und auf eigene Rechnung. Denn dorthin hat das Familienunternehmen familiäre Beziehungen: Die Ehefrau des Geschäftsführenden Gesellschafters Jens Tegeler, Andreea Tegeler, stammt aus Rumänien, und hier aus Hermannstadt (rumänisch: Sibiu). Andreea Tegeler leitet den Widdelhof in Winzlar am Steinhuder Meer. Auch ihre Mutter Dorina Aulich arbeitet als Leiterin der Ambulanten Dienste im Unternehmen.

Die beiden Damen haben mit ihren Kontakten nach Rumänien das Konzept der tegeler-Gruppe angeschoben, rumänische Fachkräfte nach Deutschland zu holen. Man habe bereits eine Anzeige geschaltet und gute Resonanz damit gefunden, berichtet Gabriele Gallinat. Die ersten Bewerber haben sich schon gemeldet, die ersten Vorstellungsgespräche sind über die Bühne gegangen, die ersten Kandidaten, die anfangen werden, stehen bereits fest.

Umgehend anfangen können sie allerdings nicht. Zunächst hilft ihnen das Unternehmen bei der Wohnungssuche und hat auch bereits einen Vertrag mit einem Träger der Wohnungswirtschaft geschlossen, um genügend Wohnraum anbieten zu können. Zweitens bekommen die künftigen Fachkräfte – es sind, wie auch sonst in der Pflege, zu mehr als 80 Prozent Frauen – intensiven Deutschunterricht, von der tegeler-Gruppe finanziert. Nach einem halben Jahr steht dann ein Eignungstest an – danach können die Rumäninnen und Rumänen als examinierte Fachkräfte arbeiten.

Den Bewerbern steht es übrigens frei, ob sie nur ein paar Jahre in Deutschland Geld verdienen und dann wieder nach Hause zurückkehren oder ob sie ganz übersiedeln wollen. Alle bekommen unbefristete Verträge. Die erste Einsatzstätte der neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird der Widdelhof in Rehburg-Loccum sein. Auch, weil mit Andreea Tegeler dort eine Heimleiterin arbeitet, die etwa bei Sprachproblemen mühelos aushelfen kann. Nach und nach werden dann rumänische Fachkräfte auch in den anderen Häusern von careconcept eingesetzt werden.

Sogar ihren Internetauftritt hat die Gruppe inzwischen dem neuen Konzept angepasst: »Reunim toate aspectele importante« kann man da auf Rumänisch lesen. »Wir bringen zusammen, was zusammengehört.«  

Mehr Infos unter www.pflege-hannover.de